Promomartyr: „The Agent Intellect“

promoWer auf erdigen, leiht poppigen und doch punkigen Sound der Wave-Welle und Bands à la The Cure steht, ist bei diesem Silberling schon mal goldrichtig. „The Devil In His Youth“ steigt flott und mit latenten sonoren Vocals ins Geschehen ein und entführt einen gleich mal in eine andere Ära als die der glatt polierten Musik mit tausend Effekten aus dem Computer. Auch The Cruxshadows könnten durchaus für Tracks wie „Coards Starve“ Pate gestanden haben, das Flair ist unverkennbar, die Trademarks dieses Avantgarde-Punk-Waves bedienen sich immer wirkungsvoll einer gewissen Monotonie beim Gesang, hintergründiger, leicht unsauberer Hintergrund-Instrumentierung und sich steigernder Dynamik.

Wer auf Oldschool-Avantgarde steht ist auf alle Fälle richtig und wird an diesem Scheibchen seine helle Freude haben. Unaufdringlich, abwechslungsreich und oftmals auch zweigleisig in den transportierten Emotionen zeigen sich die Stücke. „I Forgive You“ ist ein klasse Beispiel dafür, depressiv und dynamisch zugleich gehen Promomartyr hier zu Werke. Manche Songaufttakte lassen einen noch mehr aufhorchen, da wird schon mal ein wenig mit schrägen Momenten geliebäugelt, die Hauptthemen werden immer wieder aufgegriffen, wodurch auch diese gewisse Form der Eigendynamik ohne einer großartige strukturelle Steigerung an sich stattfindet.

Die punkige Ausrichtung einerseits und die eher monotonn Vocallines bilden eine klasse gegensätzliche Kombination, wobei eine gewisse Düsternis immer vorhanden ist. Nicht selten kommen da Erinnerungen an „Marylin My Bitterness“ u.ä. Tracks hoch. Die oftmals hallige Inszenierung der Gitarren und der Vocals schafft eine gewisse Distanz, fast schon, als stünde man in einem Club und wäre dennoch mitten in der Musik.

Trocken, gitarrenlastig, aber nicht zu wuchtig spielt sich „The Agent Intellect“ langsam in die Lauschwindungen und beißt sich dort auch fest, es bedarf keiner hymnenhaften Hooks oder zu viel Wucht. Ein tolles Album, bei mal blecherner, mal heller, mal düsterer zu Werke gegangen wird und das mehrmaligen Durchläufen immer noch weiter wächst. EV

Tracklist:

The Devil In His Youth
Coards Starve
I Forgive You
Boyce Or Boice
Pontiac 87
Uncle Mother´s
Dope Cloued
The Hermit
Clandestine Time
Why Does It Shake?
Ellen
Feast For Stephen

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