Ost+Front: „Sternenkinder“

Düster-Freaks aufgepaßt, mit dieser EP bekommt man absolut Hunger auf mehr. Dramatisch, theatralisch und mit einem Hauch Wahnsinn spielt sich „Sternenkinder“ superschnell ins Herz eines jeden Musikliebhabers, der gern rockig und auch melancholisch-biestig hat. Schön eingefügte Streicher, warme Übergänge in den Vocals und schlichtweg toll soundtechnisch gewebt. Dabei schwingt dem Songs stets etwas lechzendes, Unheil versprechendes mit – was der Eingängigkeit und dem Kokettieren mit dem Hörer absolut keinen Abbruch tut. Der Song zieht einen schon schnell in seinen Bann.

Ost+Front - SternenkinderDas Blutengel-Remix wirkt dagegen gar ein bißchen wehmütiger, allein schon durch das stärkere Herauskommen der Synthies. Was eine logische Konsequenz ist, wird der Rhythmus durch elektronische Gleichförmigkeit an eleganter Kälte verstärkt. Der Gegensatz macht´s. Die sich hier teils entfliehend erscheinende Dramatik weicht beim zweiten Mix irgendwie sogar richtiger Nacktheit in soundtechnischem Sinne.

Wirklich beeindruckend und umwerfend haben Ost+Front Bedřich Smetana´s „Moldau“ vertont: Starke Klassik, im Wesentlichen auf Streicher reduziert und chorale Gesänge reduziert. Hier hält der Schwermut fest die Zügel in der Hand und man fühlt sich durchaus auch hinsichtlich der lyrischen Umsetzung irgendwie auch an Stücke wie „Flandern in Not“, „Die Moorsoldaten“ usw erinnert – ähnlich, unendliche Unausweichlichkeit, die einen fast zu erdrücken scheint und dabei doch so schön ist. EV

Tracklist:

Sternenkinder
Sternenkinder (Blutengel Remix)
Sternenkinder (Rob Dust Remix)
Moldau (Orchester Version)

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