Dave Alvin & Phil Alvin: „Lost Time“

Blues. Rezension fertig. Nein, laßt Euch nicht hochnehmen. „Lost Time“alvin ist ein absolutes Feinerle für alle, die auf Blues satt stehen, dabei aber keine endlos Soli wollen oder Songs, die vor lauter Wehleidigkeit nichtwirklich in die Lauscher wollen. Mit voller Inbrunst wird hier zwar lässig cool gegroovt, die Sechssaiter zum Singen gebracht – als Soundtrack bei „Blues Brothers“ wäre diese Scheibe die Wahl der Stunde gewesen, aber war wohl zeitlich nichts.

Von leicht dramatischem Crossraod-Flair bis zu leichtfüßigem, hinterlistigem Songwriting bis zu offenen Strukturen mit absolutre Komptomißlosigkeit kann man auf diesem Album alles finden – außer irgendwas Modernes. Die Songs dieses Albums schwelgen nahezu im Blues, frönen dieser Musik, daß es eine wahre Pracht ist und man kann dabei über „In New Orleans“ nicht mal böse sein. Mit einem Augenwzwinkern stand hier „House Of The Rising Sun“ Pate und findet sich stellenwiese nun in Blues-Rock-Gewand wieder, daß so richtig tief eintaucht.

Anspieltips kann ich beim besten Willen nicht geben, „Lost Time“ ist einfach aus einem Guß und der duldet keine Widerrede. Authentisch bis zur letzten Note. Blues macht nun mal nicht die Technik aus, sondern das Flair. Kein Track gleicht dem anderen, Müdigkeit oder ein Satthören ist bei den pfiffigen Tracks auch nicht drin, Dave & Phil Alvin haben hier ein ganz besonderes Kleinod aus dem Ärmel gezaubert, das nicht nur Blues-Freaks gefallen dürfte. Es macht Hunger auf mehr und wird auch jedem Rock´n´Roller mehr als gerecht. Also: Nicht lang rum überlegen, hier gibt´s kein „mal schauen“.

Tracklist:

Mister Kicks
World´s In A Bad Condition
Cherry Red Blues
Rattelsnakin´ Daddy
Hide And Seek
Papa´s On The House Top
In New Orleans (Rising Sun Blues)
Please Please Please
Sit Down Babsy
Wee Baby Blues
Feeling Happy
You See My Saviour

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